Flymedi

Blog

FUE oder DHI: welches Haartransplantationsverfahren passt zu wem?


Veröffentlicht am 10. März 2023
FUE und DHI Haartransplantation im Vergleich

FUE und DHI sind keine zwei unterschiedlichen Operationen, sondern zwei Wege, denselben Eingriff auszuführen. In beiden Fällen werden einzelne Haarfollikel aus dem Spenderbereich am Hinterkopf entnommen, und der Unterschied liegt ausschließlich darin, wie diese Follikel anschließend in die Empfängerregion eingesetzt werden. Wer vor der Wahl steht, entscheidet also nicht zwischen zwei Ergebnissen, sondern zwischen zwei Arbeitsweisen, die je nach Befund unterschiedlich gut passen.

Was unterscheidet FUE und DHI?

Bei der FUE wird die Empfängerregion zuerst vorbereitet: Der Operateur öffnet feine Kanäle, in die die entnommenen Follikel danach einzeln eingesetzt werden. Bei der DHI entfällt dieser getrennte Schritt. Ein stiftförmiger Implanter, meist ein Choi-Implanter, führt den Follikel in einer hohlen Nadel, öffnet den Kanal und platziert das Transplantat in derselben Bewegung.

Die Entnahme läuft bei beiden Verfahren gleich ab. Alles, was sich unterscheidet, betrifft das Einsetzen. Genau genommen ist DHI deshalb keine eigenständige Methode, sondern eine FUE mit einem anderen Implantationswerkzeug. Auch der Implanter erzeugt eine Öffnung in der Kopfhaut, nur eben im selben Arbeitsschritt.

Wie eine Behandlung abläuft

  1. Voruntersuchung und Planung. Der Haarausfall wird beurteilt, die Spenderdichte geprüft und der künftige Haaransatz gemeinsam festgelegt.
  2. Örtliche Betäubung des Spender- und des Empfängerbereichs.
  3. Entnahme der follikulären Einheiten aus dem Spenderbereich mit einer feinen Hohlnadel.
  4. Sichtung und Sortierung der Transplantate nach Anzahl der enthaltenen Haare.
  5. Einsetzen der Follikel, entweder in zuvor geöffnete Kanäle bei der FUE oder direkt mit dem Implanter bei der DHI.
  6. Verband, Nachsorgeplan und Termin für die Kontrolle.

Haartransplantation ohne Rasur: was DHI möglich macht

Eine Behandlung ohne vollständige Rasur ist vor allem mit der DHI-Technik umsetzbar, weil der Implanter zwischen bestehenden Haaren arbeiten kann. Die Empfängerregion muss nicht freigelegt werden, damit der Operateur die Kanäle setzen kann.

Ganz ohne Rasur geht es dennoch selten. Der Spenderbereich muss in aller Regel zumindest teilweise gekürzt werden, damit die Follikel sauber entnommen werden können. Diese Stelle liegt jedoch am Hinterkopf und lässt sich meist unter dem darüberliegenden Haar verbergen.

Die unrasierte Technik eignet sich am besten für begrenzte Flächen, etwa Geheimratsecken oder eine Verdichtung im Scheitelbereich. Bei großflächigem Haarausfall dauert sie deutlich länger, und nicht jede Klinik bietet sie in diesem Umfang an.

Welches Verfahren passt zu welchem Befund?

  • Verdichtung zwischen vorhandenen Haaren. Der Implanter arbeitet hier präziser, weil er bestehende Follikel seltener verletzt.
  • Große kahle Flächen. Die getrennte Kanalöffnung erlaubt es, in einer Sitzung zügiger zu arbeiten und mehr Transplantate zu setzen.
  • Feiner Haaransatz im Stirnbereich. Beide Verfahren können das leisten. Entscheidend sind Winkel, Richtung und Dichte, die der Operateur vorgibt, nicht das Werkzeug.
  • Augenbrauen und Bart. Hier wird häufig mit dem Implanter gearbeitet, weil die Austrittsrichtung besonders flach ausfallen muss.
  • Begrenztes Spenderhaar. Hier entscheidet der Befund und nicht die Technik. Reicht die Spenderdichte nicht aus, ändert die Wahl des Werkzeugs daran nichts.

Haartransplantation bei Frauen

Haarausfall bei Frauen verläuft meist anders als bei Männern. Statt eines zurückweichenden Haaransatzes zeigt sich häufig eine diffuse Ausdünnung im Scheitelbereich, während die vordere Haarlinie erhalten bleibt.

Daraus folgt ein praktischer Unterschied: Vor einer Transplantation steht die Abklärung der Ursache. Schilddrüsenerkrankungen, Eisenmangel, hormonelle Veränderungen und bestimmte Medikamente können Haarausfall auslösen. Bleibt die Ursache unbehandelt, dünnt das umliegende Eigenhaar weiter aus, und das Ergebnis wirkt nach einiger Zeit ungleichmäßig.

Bei diffuser Ausdünnung ist zudem der Spenderbereich oft mitbetroffen. Ob genügend stabile Follikel zur Verfügung stehen, klärt erst die Untersuchung vor Ort.

Was in den Wochen nach der Behandlung passiert

In den ersten Tagen sind Schwellung und Krustenbildung im Empfängerbereich normal. Danach folgt der Teil, der die meisten Patienten überrascht: Die transplantierten Haare fallen wieder aus.

Dieser Ausfall ist erwartet und kein Zeichen dafür, dass der Eingriff misslungen ist. Der Follikel bleibt in der Kopfhaut, nur der sichtbare Haarschaft wird abgestoßen, während der Follikel in eine Ruhephase übergeht. Danach beginnt das neue Wachstum, zunächst mit feinen, dünnen Haaren, die sich mit der Zeit verdicken.

Das Endergebnis lässt sich deshalb erst beurteilen, wenn das neue Haar vollständig nachgewachsen ist. Wer früher urteilt, beurteilt eine Zwischenphase.

Wie lange hält das Ergebnis?

Die Follikel aus dem Spenderbereich am Hinterkopf reagieren genetisch weniger empfindlich auf das Hormon DHT, das den anlagebedingten Haarausfall antreibt. Diese Eigenschaft behalten sie auch nach der Verpflanzung, und deshalb bleibt transplantiertes Haar in der Regel erhalten.

Das umliegende Eigenhaar folgt dieser Regel nicht. Es kann weiter ausdünnen, und dadurch verändert sich das Gesamtbild, obwohl die verpflanzten Haare stehen bleiben. Genau deshalb planen erfahrene Operateure den Haaransatz zurückhaltend und beziehen ein, wie sich der Haarausfall voraussichtlich weiterentwickelt.

Ob zusätzlich eine medikamentöse Behandlung des Eigenhaars infrage kommt, gehört in die ärztliche Beratung und hängt von Ursache, Alter und Vorerkrankungen ab.

Wann eine Haartransplantation nicht infrage kommt

  • Aktiver, noch nicht stabilisierter Haarausfall in jungen Jahren. Das spätere Muster ist noch nicht absehbar, und ein früh gesetzter Haaransatz kann mit den Jahren unpassend wirken.
  • Zu geringe Spenderdichte. Ohne ausreichendes Spenderhaar lässt sich keine tragfähige Deckung erreichen.
  • Unbehandelte Erkrankungen der Kopfhaut oder eine nicht eingestellte Grunderkrankung.
  • Haarausfall mit vernarbender oder autoimmuner Ursache. Hier steht zuerst die Diagnose und nicht der Eingriff.
  • Erwartungen, die sich chirurgisch nicht einlösen lassen. Eine Transplantation verteilt vorhandenes Haar neu, sie schafft kein zusätzliches.

Was Sie vor der Entscheidung klären sollten

  • Wer führt Entnahme und Einsetzen aus, und welchen Anteil übernimmt der Arzt persönlich?
  • Wie wurde die Spenderdichte gemessen, und wie viele Transplantate sind daraus realistisch abzuleiten?
  • Wie ist der Haaransatz geplant, und warum genau so?
  • Welche Nachsorge ist vorgesehen, und an wen wenden Sie sich nach der Rückreise?
  • Was geschieht, wenn das Ergebnis hinter der Planung zurückbleibt?

Wenn Sie die Verfahren an konkreten Kliniken vergleichen möchten, führen die Behandlungsseiten zur DHI-Haartransplantation und zur FUE-Haartransplantation weiter. Eine Übersicht aller Kliniken und Ärzte finden Sie unter Haartransplantation in der Türkei.

Medizinischer Hinweis

Dieser Artikel dient der Information und ist keine medizinische Beratung. Besprechen Sie Ihren individuellen Fall immer mit einem approbierten Arzt, bevor Sie einen Eingriff buchen.

Themen:Hair Transplant

Mehr aus dem Blog

Passende Klinik für mich finden